gossenpoesie

August 23, 2006

Hallo! So nicht!

Filed under: Allgemeines — Michael @ 2:53 am

Alright alright,

Lieber Plattenbau aus Fleisch und Blut,

erzähl’ mir Geschichten, die nie passierten.

In den riesigen Rosengärten, in denen sich alle verirrten.

Seelenverwandt to the bone.

Jetzt schon? Jetzt schon!

Hallo, tragische Helden nach Feierabend!

Das Bier steht kalt, ihr könnt gerne eines haben.

Das Überstundenhotel ist ausgebucht.

Wir stehen noch immer da und suchen

Fangen an den Süden zu verfluchen.

Wir sind am Ende. Wir sind am Ende angekommen.

Our revolution shouldn’t be merchandised.

No more… no more… no more…

… Punk!

Gut bezahlter Job, geile Wohnung, kalter Drink.

Sonnenschein und Steinschlag.

August 18, 2006

Atmen? Prima!

Filed under: Allgemeines — Michael @ 12:15 am

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“Mach ruhig das Licht jetzt aus, aber lass die Musik laufen. Heute Nacht möchte ich nicht alleine sein.”

Dramatik por favor.

August 13, 2006

Was früher mal ne Kneipe war, ist heute mein Kopf

Filed under: Allgemeines,Lichtenfels Abrechnung — Michael @ 11:20 pm

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Das hier ist die Bar, an der man so oft hing.

Das hier ist die Ecke, in die man mehr als einmal kotzte.

Das hier ist die Bühne, auf der man mehr als einmal stand.

Und das hier ist die Tür, die man mehr als einmal auf allen vieren durchschritt.

Die Wände erzählen Geschichte, die Leben früher schrieben.

Doch alles irgendwie beim Alten geblieben.

Die Gedanken und Pläne, in der Kneipe ersticken.

Nach Amsterdam jetten, die Menschheit retten.

Die Feinde kennen, alles vergessen.

Auf dem Klo steht “NO FUTURE”

und ich denk’ “danke, nicht mit mir”.

Meine Antwort bleibt weiterhin “nein”.

Ihr braucht nicht zu schreien,

Ich bin weder taub noch blöd.

Schluckreflexe zeigen sich stereotyp.

Die Fenster nochmal öffnen, kurzes Stoßlüften.

Ich bin raus.

In heartache and headache I stand,

in der ersten Reihe bei unserer Lieblingsband.

Du hörst sie gern auf Platte, live stehst du (mittlerweile) mehr auf Trinken.

“Das soll dir niemand verdenken”.

Man war also mal witzig,

sei still, sonst hörst du den Hit nicht,

der erklingt, wenn der Damm bricht.

und mit ihm alle Spiegel.

Diese Kreuzung ist kein Stopp-Schild.

Wo stehen wir eigentlich?

August 7, 2006

Cigarettes & Gin, started feeling like a libertine

Filed under: Allgemeines — Michael @ 6:36 pm

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Es wäre übertrieben zu sagen,
wir könnten es nicht mehr ertragen.
Den Regen, die Hitze,
das sinnlose Warten und Sitzen.
Wenn man über all dem Vergessen,
vergisst zu essen
und nur noch trinkt,
immer tiefer in sich sinkt.
Es stellt sich die Frage,
ob ich das wirklich nur sage,
oder tatsächlich gutheiße,
als Teil einer Reise,
die länger erscheint.
Es war sicher alles gut gemeint.
Sicher gibt es da draußen Menschen,
die sich jeden Tag wünschen,
sie hätten nur mein Problem,
und könnten fertig werden mit dem.
Wenn sich am thresen die Hand mit dem Glas vereint,
scheint die letzte Träne geweint.
Scheint die Sonne fern am Horizont,
als Bote für die nächste Front.

Liberté toujours

Filed under: Allgemeines — Michael @ 12:25 am

Mitten in der Nacht aufzuwachen war nichts neues für ihn. Den Kopf aber aus einem nassen Kissen zu heben und nicht zu wissen, ob die Feuchtigkeit auf die Hitze der Nacht oder vergossene Tränen zurückzuführen ist, schon. Zu lange hatte er seine Trauer, diesen tiefsitzenden Schmerz in seiner Brust im Alkohol zu ertränken versucht. Zu viele Zigaretten in dieser Zeit geraucht. Der Wille all dies zu ändern und die Ereignisse der letzten Zeit zu verarbeiten war durchaus vorhanden. Zudem hatte er mehr als einmal das Gefühl, dass alles bereits ad acta gelegt sei. Wie bereits erwähnt, lag der Wille tief verankert in ihm. Lediglich das “wie” wollte ihm nicht in den Sinn kommen. Immer wenn er kleine Fortschritte gemacht hatte und auf dem besten Wege war, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, stieß er auf Dinge, die ihn meilenweit zurückwarfen. Lieder, Geschenke oder gelesene Zeilen, so sahen seine Feinde in diesen Tagen aus. Dieses mal half auch keine Flucht. Wohin auch? Herz und Hirn reisen immer nach. Als er also in dieser Nacht sein vertrautes Nachtlager, welches lediglich aus zwei übereinander gelegten Matratzen bestand, verließ und er sich, nachdem er eine Zigarette angezündet hatte, auf den Balkon seines Appartments begab, wurde ihm erneut bewusst, was er an seinem derzeitigen Leben, was er zuweilen als Dahinvegetieren bezeichnete, hasste. Das ständige Trinken und Rauchen, die Antriebslosigkeit, das Abhandensein jeglicher Strukturen, die fehlende Hand, die ihm über die Stirn streichelt. Es waren die kleinen Dinge, welche er so sehr vermisste. Er war nicht unbedingt einsam. Das wäre übertrieben. Menschen neigen zu Übertreibungen. Eigentlich war er fast immer in menschlicher Gesellschaft. Jedoch kamen hin und wieder diese Momente, in denen er sich einsam fühlte und er Linderung im Alleinsein suchte. Zu oft hatte er allein an den Thresen der Bars dieser Stadt gesessen und das Glas in seiner Hand und seine Emotionslosigkeit verflucht. Dabei war er gar nicht emotionslos. Er hatte nur Angst diese zu zeigen. Bis zu diesem Moment. Zynischerweise hatte er gelernt über sich, seine Gefühle und seine Befindlichkeiten zu reden. Doch leider zu spät, wie er fand. Er hasste die allgemeingültige Formel für Romantik nicht, war aber der Meinung, dass viel zu viele Menschen passionslos versuchten, diese aus ihm herauszukitzeln. Und da waren sie wieder, die Erinnerungen an eine von ihm als “goldene Ära” beschriebene Zeit. Eine Zeit, in der er sich glücklich wähnte. Bis zu dem Augenblick als das Kartenhaus vor seinen Augen zusammenbrach. Ein Haus, dass für ihn so unkaputtbar erschien, wie für manche Menschen die Lehren der Bibel, aber in wirklichkeit so zerbrechlich war wie ein Zahnstocher als Mast auf hoher See. Während er in den nächtlichen Sternenhimmel blickte, die Zigarette bis auf den Filter abgebrannt, ran eine Träne über seine Wange auf das Geländer des Balkons. Er wusste, dass er noch Zeit brauchte.

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