gossenpoesie

Juli 23, 2006

Ankommen

Filed under: Allgemeines — Michael @ 9:52 pm

Atme die Stadt, das pulsierende Leben.
Das Treiben und Schaffen, das Nehmen und Geben.
Betrunken durch den Regen spazieren.
Das Schwitzen im Sommer, das winterliche Frieren.
Das Handtuch im Park, der Gin in den Bars.
In diesen Momenten fühlt man sich als Star.
Die kalten Füße kurz vor dem Schlafen.
Die Plätze und Kneipen, wo sich Schicksale trafen.
Ich vermisse all die Lügen.
Ich vermisse das Betrügen.
Die Tränen auf der Menschen Gesichter.
In Nächten unter Straßenlichtern.
Ich werde irgendwann verstehen,
warum manche Menschen einfach gehen.
Warum manche nur daneben stehen,
und nur staunend zusehen.
Auch für mich wird alles klar.
Vielleicht morgen, bestimmt aber nächstes Jahr.
Mit Liedern, die nicht allen Leuten,
auf den ersten Blick etwas bedeuten.
Sie erzählen Geschichten, sie zeichnen Leben,
nach jedem Aufprall, nach jedem Beben.
Mit unsichtbarer, starker Passion.
Wort für Wort, Ton für Ton.
Man möchte so gern mit Armen empfangen,
um zusammen Großes zu erlangen.
Dank aussprechen, Bedeutung zeigen,
Sagen, du solltest für immer bleiben.

Juli 12, 2006

Schleier des Vergessens

Filed under: Allgemeines,Train Trilogy — Michael @ 5:31 pm

Der Wind streicht ueber die leeren Felder
Die Sonne durch dunkle Wolken verdecktscheint als mattes, trauriges Gesicht.
Die Wolken – gequaelte, unscheinbare Gestalten.
Meine Gedanken -
gehemmt durch einen Vorhang von stumpfsinnigen Traeumen.
Die Realitaet vor Augen und dennoch Illusionen.
Die Baeume – eine Armee vor dem Abgrund
Das Schwarz der Nacht
Schatten die verfolgen
leere Worte aus verheissungsvollem Mund

2mm Blut

Filed under: Allgemeines,Lichtenfels Abrechnung,Train Trilogy — Michael @ 10:52 am

2mm Blut

3,5qm Freiheit in Suedwestlage
mit Aussicht auf die Hauptstrasse.
Der Balkon im 1-Zimmer-Appartment,
mit 50er Jahre Charme im Bad.
Die teure Miete, der Dreck auf dem Teppich,
Die Gitarre als der Schluessel zum Glueck…

Die Geschichte einer befahrenen Strasse, staubig und breit.
Die Geschichte einer langen Reise, abenteuerlich und weit.

Bei Kerzenschein im faden Neonlicht
spuert man diese Traenen nicht.
Zwischen Entdeckung und Enttaeuschung nur 2mm Blut.
Und schlussendlich wird daraus Wut.
Doch keiner spricht davon.
Und keiner spricht es an…

Die Geschichte eines zerfahrenen Lebens, schaurig und gemein.
Die Geschichte eines anderen Wesens, traurig und allein.

Die Saeufer, Gangster, Kontrolleure,
der innerstaedtische Garten, der bellende Hund,
farbenfroh im tristen Regen,
suchen sie nach einem Grund…

Die Geschichte eines leidigen Lachens, man findet sie hier.
Die Geschichte eines treibenden Schaffen, sie gehoert auch dir.

Negativabzug II

Filed under: Allgemeines,Train Trilogy — Michael @ 10:51 am

Ein Verletzter macht noch keinen Krieg
Eine Traene macht noch lange kein Drama
Und Frankreich erschien mir immer schon belanglos
Let’s save democracy!
Reiss’ es aus den Buechern, reiss’ es aus der Haut
Reiss’ es aus der Seele, reiss’ es aus dem Herz
This one will never die!
Der Tod ab 29,95 Euro
Wer hilft die Bruecken stuetzen?
Keine Ahnung, ob mich das beruehrt
Urlaubsorte sind betroffen
Glueckwunsch Herr Professor
Die Fliessbaender stehen jetzt still
Wo sind all die Bilder?

Von der Stammelf auf die Tribüne

Filed under: Allgemeines,Train Trilogy — Michael @ 1:39 am

Out of sight, out of mind
und die Welt nur noch ganz klein.
Im Finale der Verlierer lieg 0:2 zurück,
kein Teamgeist, kein Joker, kein Glück.
In heartache and headache, ich darf kurz lachen,
und niemand hier muss sich große Sorgen machen.
Im Spiegel sieht jeder den Held,
der verspricht, was er nie hält.
Von der Stammelf auf die Tribüne und dann von allen vergessen.
Doch wer? Wer will das eigentlich wissen?
Ein Stürmer der nicht trifft und die Taktik zu verquer,
die Moral noch ganz in Ordnung. Doch triff doch endlich wer.
Alle wollen es hören und alle wollen schreien.
Bis einer weint.
Während ich schmelze, erstarrst du zu Eis.
Wer erklärt jetzt, was das eigentlich heißt?
In Tränen eingelegte Augen schreien nach Ehre und Sieg,
Einen Abgang mit Jubel, wie eine Heimkehr nach dem Krieg.
Was zum Teufel machen wir eigentlich noch hier?
Bei viel zu viel Rauchen und viel zu viel Bier?
Es wird weiter gelebt, bis einer weint.
Auf dem Zettel im Schuh, wer wird es sein!?

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