Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte LeserInnnenschaft, eine Distanzierung:

Hiermit möchte sich der Gossenpoet explizit von der, offensichtlich aus rein kommerziellen Anliegen gegründeten, Rockcombo Haudegen abgrenzen. Besagte Band geht seit geraumer Zeit mit dem Begriff Gossenpoesie hausieren, weshalb ich mich gezwungen fühle, eine Differenzierung zu veröffentlichen. Ich möchte damit den Haudegen ihr Existenzrecht absprechen, noch den Begriff „Gossenpoesie“ für mich beanspruchen, sondern lediglich der Verwechslungsgefahr vorbeugen. Ãœber Rockgitarrenriffs, die in der Rockdisco bestimmt gerne nach Böhse Onkelz gespielt werden (und mit denen sie sich auch sicherlich die gleiche Zielgruppe teilen), schwadronieren sie über das Leben. Sie selbst bezeichnen sich laut ihrer Homepage als „Stimme des kleinen Mannes“. Daher wohl auch der Bezug zur Gosse. So weit so gut die eventuellen Gemeinsamkeiten. Lese ich aber in der Biographie weiter, beschleicht mich das Gefühl, dass ihr „kleiner Mann“ der arme kleine Mann ist, der begeifen muss, dass er eben mit seinem Platz in der sozialen Gesellschaft klarkommen muss, dass es für ihn keinen Ausweg gibt. Und darin besteht der große Unterschied. Resignation ist nicht Teil von Gossenpoesie.de. Anstatt den armen, kleinen Mann zu beschreiben, handeln diese Seite und meine sonstigen literarischen Arbeiten vom wütenden, kleinen Mann der sich eben nicht mit dem zufrieden geben möchte, was er hat. Der immer wieder die Inspiration findet, sich verändern zu wollen, sei es auch noch so anstrengend und unmöglich erscheinend.

Jedoch müssen auch die Freunde der Gossenpoesie nicht auf anspruchsvolle Musik jenseits der Böhse Onkelz Ästhetik verzichten. Der Gossenpoet hat sein Repertoire erweitert und bietet nun seine Worte mit H.K.Z. auch zum anhören an. Folgen sie dem Link.

Viel Spaß damit und ein dreifaches „Corporate Rock still sucks“

m.

People for the epical treatment of

The beauty of your skin und die Tiefe deiner Augen,
es nimmt mich noch immer mit und ich fange an zu glauben,
Das war ein Phantasieprodukt,
ein ausgefuchstes Selbstkonstrukt.

i’ve forgotten all the cars, the cards and the clouds.
Ich falle auf und durch und von allen Wolken und guten Geistern verlassen –
I stream over my consciousness.

All die Bummelanten, Kombattanten, widerlichen Ferkeleien
Wir aßen familiär zusammen, um unseren Kindern Vorbild zu sein.

Retirement from the light, being loved and the nations noble pride.
Ich gebe auf, ich gebe auf, ich gebe auf.
Des weiteren Sanktionen, die betonen, wer der Schurkenstaat und wer der Polizist.

Viel Spaß in der erzwungenen Freiwilligkeit, ich kenn keinen der dafür bereit,
but I think I’m ready for it.

Es beschleicht mich das Gefühl, das man kennt, wenn man von zuhause träumt,
und sich dabei gefällt.
I’m drowned. I’m drowned. I’m droned –
in deinen bösen großen Augen, nur eine Hand reicht noch heraus und winkt hilflos nach dir.

So it seems you’re Berlins spring, but fall is not leaving just because leave is falling.

Die dumme Jagd nach dem freien willen – wird belegt durch einen Film über Eiszeitinseln.
A victims trap for loving rats – face up to the old arc,
Awaking in this early world is the fear but not the cause.

It’s the fear but not the cause,
und daher auch kein Applaus.

Was gibt es Schöneres als eine große Leinwand?

Aufgewacht. Ins Wohnzimmer gestolpert. Zigarette an. Das Glas mit Kirschbananennektar vom Vorabend ausgetrunken. Magen-, dann Hirnkrampf. Der öffentliche Personennahverkehr streikt. Gestern war ich Ansgar Brinkmann, heute bin ich eher Uli Borowka Klausjürgen Wussow. Eine weitere Zigarette. Das Benzin für gleich.

Un-Dress.

Und die kryptische Scheiße, die nichts anderes will, außer zurück zu schießen, war doch auch nur damals bei Blumfeld gut. Hören wir lieber damit auf und greifen zum Telefon, denn Fremdsein macht uns blind. Und 1000 Samstagabende liquidieren nicht 190 Jahre Geschichte.  Wir bestehen nunmal nur aus Knochen, Fleisch und Blut und wir machen uns lächerlich, nur weil wir vergessen, wessen eitle Kinder wir doch sind. Ziehen wir endlich diese Fuck-You-Shirts aus.

Das letzte Lied (auf den Tag genau)

Ich war in der großen Stadt und kann dir versichern, dass sich hier nichts verändert hat. Bin den ganzen Weg gestolpert und doch am Ende nicht gefallen. Warum verstehst du nicht den Unterschied zwischen leise leiden und lallen?Hoffnung und Malz verloren, doch das Trinken hört nicht auf. Sag mir wieviel Sicherheit hältst du in deiner Küche aus? Lass mal sehen, ob der Kleister die Tapete noch hält. Auch wenn wir beide wissen, dieses Sandwich rettet jetzt nicht mehr die Welt. Ich fragte meinen Homie und deinen Therapeuten. Und beide versicherten mir, dass wir hier nur Zeit vergeuden.

Ich setz‘ mich selbst in Brand, damit auch du mich sehen kannst. Ich bin zwar noch ganz hier, doch ich warte längst nicht mehr. Du sagst Trümmer bleiben Trümmer, ich sag irgendwer bleibst du für immer. Hier die Distanz, von der du immer sprachst, und dort die Diskrepanz zwischen dem was du schreibst und dem was du so sagst. Die Kinder haben auch aufgehört mich lange anzustarren. Es kommen hier die Dinge, derer wir nicht harren.

Das letzte Lied klingt jetzt nicht mehr nach. Und auch der Krach, als der Vormast brach.